Archive for the ‘New York’ category

Ein letztes Mal New York

October 5th, 2009

Heute ist es wieder so weit. Nach zwei sehr schönen Wochen in Berlin ruft mich die Pflicht wieder nach New York. Allerdings das letze Mal für die Arbeit, da ich ab Mitte Dezember endlich wieder von Deutschland aus arbeiten werde. Dann habe ich wieder ein richtiges Zuhause und kann mehr Zeit mit meiner Freundin verbringen, die durch die ganze New York Aktion in letzter Zeit doch etwas zu kurz gekommen ist.

Die nächsten 72 Tage muss ich jetzt meinen Mietvertrag auflösen, einen Nachmieter finden, meine Möbel verkaufen und alle laufenden Verträge kündigen. Es gibt spannendere Sachen, aber zumindest habe ich eine Mission. Bin mal gespannt, wie kompliziert es wird einen Nachmieter zu finden. Ich hoffe ja, das ich das über meinen Bekanntenkreis abwickeln kann und nicht auf Craigslist inserieren muss. *schauder*

Mein Flug ist schön entspannt. Ich sitze in der mittleren Sitzreihe am Gang. Platz 26E. Sehr empfehlenswert. Perfekte Sicht auf den großen Bildschirm und nur ein paar Schritte bis zum Klo. Es gibt genau zwei freie Plätze im ganzen Flugzeug. Beides sind meine Nachbarplätze. Das nenne ich Glück! Es hat nichtmal jemand versucht sich hierher umzusetzen. Da kommt mir wohl zugute, dass ich die Nacht kaum geschlafen habe und meine Müdigkeits-Aura nicht gerade einladend ist. :-D Ich kann hier die Beine ausstrecken und mein Zeug über die komplette mittlere Sitzreihe verteilen. Sehr schön! Mein iPod ist voll beladen mit aktuellen Serien und Podcasts und es sieht so aus als würde er noch genug Saft haben, um mich entspannt durch die letzten 3 Flugstunden zu bringen. Man beachte meinen Optimismus, obwohl wir heute schon durch unzählige “Roland Emmerich”-würdige Turbulenzen geflogen sind. Jetzt fehlen nur noch Schlangen…

Es wird echt Zeit, dass die ihr Eco-Menü optimieren. Diese Cannelloni mit Ricotta hängen mir schon genau so zum Hals raus, wie dieses glibberige Chicken. Das gibt es jetzt seit mindestens Juli 2008 ausnahmslos jedes Mal wenn ich fliege. Delta, falls ihr das lest: Lasst euch mal was Neues einfallen. Ich kann diesen überzuckerten Brei nicht mehr sehen! Ich würde mich stattdessen aber auch mit einem Business Upgrade zufrieden geben. Da gab es letztes Mal ein ordentliches 3-Gänge Menü mit Tomatencreme-Suppe, Steak und Eiscreme zum Nachtisch. Oh, aber hier kommt schon die obligatorische 4-Käse-Pizza… (die interessanterweise – wie das ganze Essen hier – süßlich schmeckt…)

Nachtrag 20:10: Bin sicher gelandet, mein Koffer ist unbeschädigt angekommen, die Limousine war pünktlich und meine Wohnung steht noch. Ich bin jetzt zu Hause und versuche Krampfhaft wach zu bleiben, um dem Jet-Lag zu entgehen…

Endlich mal was Positives!

March 4th, 2009

Heute habe ich mich beim New Yorker Stromversorger angemeldet und entgegen aller Prophezeiungen musste ich keine X-hundert Dollar Security Deposit hinterlegen! Yippie! Das ist toll. Vielleicht habe ich das gleiche Glück mit dem Internet-Anschluss. Leider sind meine heutigen Anläufe, diesen zu bestellen, mehrfach fehlgeschlagen. Hoffentlich klappt es morgen.

In Sachen Social Security gibt es leider weniger Positives zu berichten. Die Amis wollen tatsächlich für die Namensänderung auf meinem Einreisebogen sage und schreibe 320$ haben. Dafür kann man locker einmal nach Deutschland und zurück fliegen und dabei ganz nebenbei einen neuen I-94 ausfüllen. Ich lasse gerade nichts unversucht, diese Gebühr nicht bezahlen zu müssen. Rein aus Prinzip…

Meine Tragödie – Teil 2

March 3rd, 2009

Der Samstag war leider nicht viel besser. Nach meinem herben Rückschlag in Sachen Social Security Nummer, wollte ich mich zumindest um die Möbel für mein Apartment kümmern. Also machte ich mich um kurz nach zwei Uhr – bewaffnet mit einem Google Maps Ausdruck, meiner sauber recherchierten Einkaufsliste und einer dicken Portion Abenteuerlust – auf eine Reise runter von der Insel und rein ins tiefste Brooklyn. Eine Achterbahnfahrt der Gefühle, was mir zu diesem Zeitpunkt noch nicht bewusst war. Es folgen Auszüge aus dem Logbuch eines rastlosen IKEA-Besuchers.

14:34 – Meine Subway erreicht die Station Smith St and 9th St in Brooklyn. Erstaunlich schnell. Das fängt ja gut an. Heute wird ein guter Tag. Das habe ich im Gefühl. Raus aus der Bahn und hinaus aus der vermutlich schäbigsten U-Bahn-Station die ich je gesehen habe. Doch das stört mich nicht die Bohne. Brooklyn halt. Shabby-schick… das muss so! Jetzt erstmal zu Fuß zu IKEA kommen.

14:51 – Phew. Ein ganz schönes Stückchen und noch dazu ziemlich windig, dreckig und bedrückend hier. Andererseits war es ein netter Spaziergang und mal was Neues. Und dort am Horizont tut sich mein Ziel auf: eine blaue Bau-Container-Halle mit großer, gelber Schrift. Sieht ja genau aus, wie in Deutschland. Heimspiel quasi. Also Eingang finden und los geht’s!

15:02 – Also wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich wirklich denken, im Berliner IKEA zu sein. Also iPod aufgedreht und dann rein ins Vergnügen! Ferris MC und die Beginner halten den Stresspegel niedrig und lassen meine Möbelsuche tatsächlich entspannend wirken. Oh, hier vorne steht schon mein Nachttisch. Super! Aufgeschrieben und weiter.

15:19 – Hm, der Schreibtisch hat online irgendwie größer ausgesehen. Ich würde schon gerne noch eine Flasche Wasser neben mein Notebook stelle können. Da muss ich wohl stöbern. Es wird ja sicher noch etwas besseres geben. Oh, da sind auch die Bürostühle. Gleich mal Probe sitzen.

15:26 – Der Stuhl, den ich mir ausgesucht habe, scheint bequem zu sein. Der ist nämlich konstant von irgendwelchen Leuten belegt, die sich ausruhen wollen. Mein Probesitzen gestaltet sich dadurch leider schwierig. Aus den Kopfhörern tönt ein aggressiver Ferris MC. Nun ja, erstmal die anderen Stühle ausprobieren. Der da hinten sieht bequem aus!

15:51 – Es gibt definitiv wesentlich bequemere Stühle, als den, den ich mir ausgesucht habe. Aber will ich wirklich 100$ mehr dafür ausgeben, wo ich doch eh nur eine begrenzte Zeit hier drüben sein werde? Lieber nicht. Keep it cheap. Schlecht ist er ja nicht. Aber was mache ich jetzt mit dem Tisch?

Einige Zeit später habe ich eine ausreichend große Tischplatte gefunden und mich für die passenden Beine entschieden. Arbeitsplatz ist abgeschlossen! Wee!

16:27 – Mir fällt auf, wie viele dicke Leute hier herumlaufen. Wenn der Durchschnitt durch die IKEA-Besucher representativ für die USA ist, ist das der endgültige Beweis dafür, dass hier drüben alles immer besonders groß und fettig ist. Ich bin mittlerweile durch die Küchenabteilung gelaufen und erreiche den Betten-Bereich. Passend zum Wendepunkt meiner Stimmung wechselt die Musik zu Muse.

16:48 – Wo zur Hölle ist das Bett? Ich habe es doch online gesehen. In weiß. Es steht zwar hier, aber bei den Farben wird kein Weiß erwähnt und noch dazu ist es 20$ teurer. Mein Plan die Wohnung komplett weiß einzurichten droht zu Kippen. Genau wie meine Stimmung, wenn ich auf meine Liste schaue, um zu sehen, was mir noch alles fehlt. Viel zu viel. Ich muss mich ranhalten. Um das Bett kümmere ich mich später. Erstmal der Rest…

17:13 – Die Betten-Abteilung ist unübersichtlich. Überall steht mein Bett, allerdings nirgends in weiß. Dafür habe ich endlich die Matratzen entdeckt. Ich wollte eine der Günstigeren haben. Aber nach einem kurzen Probeliegen auf meinem auserwählten Modell und der etwas teureren, direkt daneben liegenden Matratze ändere ich meine Meinung und beschließe etwas mehr Geld für einen gesunden Rücken auszugeben. (Und die war so schön weich!) Aber natürlich teste ich vorher noch alle anderen Modelle durch.

17:29 – Ok, ich habe die Matratze und außerdem bin ich auch einen Betten-Produkt-Zettel gestoßen, auf dem alle Bettartikel gelistet sind. Dort sehe ich meinen Bettrahmen und weiß. Jackpot. Meine Stimmung hellt sich etwas auf. Passend dazu beschließe ich, wieder die Beginner anzumachen. Nun fehlt nur noch der Lattenrost. Hier wollte ich eines der günstigeren, einstellbaren Modelle nehmen. Doch dann entdecke ich eine erweiterte Version mit wesentlich mehr Latten und noch mehr Einstellungsmöglichkeiten. Was soll ich sagen? Ich bin ein Nerd, ich brauche Sachen mit Einstellungsmöglichkeiten. Ich beschließe allerdings einen teuren Spiegel aus meiner Liste zu streichen, um die Mehrkosten beim Bett auszugleichen.

17:52 – Der kleine Billy will nicht im Kinderparadies abgeholt werden, sondern spielt Verstecken mit mir. Wie kann einer der prominentesten IKEA-Artikel so gut versteckt sein? Drei Runden um den ganzen Laden später finde ich endlich die kleine Nische mit dem Billy-Regal, das ich für Gerald mitbringen soll. Doch der Preis? Doppelt so teuer wie erwartet! Das geht so nicht. Erstmal Gerald anrufen und doppel-checken! Aber wie sollte es anders sein: Kein Empfang! Einen weiteren Rundgang um den Laden später habe ich ein Signal und kann telefonieren. Preis passt. Super. Abgehakt.

18:16 – Ich bin langsam müde und habe Hunger. Es fehlen noch ein Badezimmer-Regal, ein Teppich, zwei Kommoden und einige Kleinteile von Marktplatz. Doch wo sind hier überhaupt die Badezimmer-Artikel? Ich habe noch nichts dergleichen entdeckt. Also ab an einen Info-Stand und den Verkäufer fragen. “Wir führen hier keine Badezimmer-Möbel.” Ich wollte gerade einen lauten Seufzer ausstoßen, als er hinzufügte: “Das steht alles unten im Marktplatz rum.”. Ein TV-Show würdiger Cliffhanger. Ich bedanke mich und sehe schon die Treppe zum Marktplatz. doch was ist mit meinen Kommoden? Die werde ich auch so finden. Vorbei am Restaurant und runter zum Marktplatz.
Moment? Restaurant? Ich hatte Hunger und Durst! Warum bin ich nicht ins Restaurant gegangen? Ich wusste nicht, wie lange der Laden noch offen hat und wollte erstmal alles erledigen, bevor ich mir etwas Verpflegung gönne. Ein Fehler.

19:00 Kürzen wir die Sache ab. Der Markplatz war vollgestopft mit 8-Köpfigen, wild, in alle Richtungen laufenden Ami-Familien, die von mir Abzeichen für “Im-Weg-stehen” und “Vor-den-Füßen-rumlaufen” bekommen. Nach viel Hin- und Hergerenne, habe ich alle fehlenden Ding beisammen (Lampen, Pflanze, Vase, Badezimmer-Regal, …) Ich bin unglaublich hungrig und weit und breit gibt es keinen Getränkeautomaten. Zum Glück stehe ich schon vor der großen Lagerhalle und kann anfangen meine Sachen zusammen zu sammeln. Gleich vorne entdecke ich meine fehlende Kommode und wuchte sie mit allerletzter Kraft auf meinen Wagen. (Für den ich Schlange stehen musste!)

Ich beginne meine Dinge zusammen zu suchen und stelle irgendwann fest, dass es nicht sonderlich clever war, die Einrichtung für ein ganzes Apartment ganz alleine Kaufen zu gehen. Ich muss es ja noch irgendwie zum Home-Delivery-Service bringen! Ich bin allerdings überzeugt, dass ich dort in mehreren Etappen aufschlagen kann. Eigentlich eher pro-forma erkundige ich mich bei einer IKEA-Angestellten und die sagt mir, dass man dort alles gebündelt hinbringen muss. Ich bin schockiert, denn ich habe kaum mit Aufladen angefangen und schon einen Wagen voll. Als Sahnehäubchen erklärt mir die gute Frau auch noch, dass ich den Wagen nicht alleine stehen lassen kann, weil er sonst leergeräumt und weggebracht wird. Freundlicherweise erlaubt sie mir, den Wagen neben ihrem Info-Stand zu parken und den Rest zu suchen.

Das änderte allerdings nichts an der Tatsache, dass meine Laune sich auf den Null-Punkt hinbewegt, denn nach fast 5 Stunden im IKEA möchte ich einfach nur noch nach Hause. Essen. Trinken. Aber daraus wird so schnell nichts. Es dauert ungefähr eine Stunde, bis ich alle meine Teile zusammen habe. Von einigen kleinen Korrekturen abgesehen, habe ich alles bekommen, was ich haben wollte. Nur wie bekomme ich jetzt meine Wagen zur Kasse.

20:00 – Die Frau, die auf meine Wagen aufgepasst hat, bietet mir an, einen Kollegen per Funkgerät zu ordern, damit er mir hilft, den Wagen zur Kasse zu bringen. Ein toller Service denke ich mir. Die Leute hier arbeiten Kundenorientiert. Klasse! Der IKEA-Mitarbeiter fährt meinen Wagen zu einer Kasse und verschwindet wieder. Ich freue mich, bald fertig zu sein und essen zu können. Leider tritt nun die Situation vom Anfang unserer Geschichte ein und die Kassiererin schließt unmittelbar vor mir die Kasse. Ich versuche ihr zu erklären, dass ich Hilfe brauchte um meine Wagen zu steuern und dass mich ihr Kollege zu ihrer Kasse gebracht hat. Es half nichts. Sie ignorierte mich und ging. Da stand ich nun. Zwei voll beladene, kaum noch steuerbare Wagen. Irgendwie schleppe ich mich mit letzter Kraft an eine andere Kasse, bei der ich aber ein gewohnt unglückliches Händchen bewiesen habe und die langsamste Kassiererin des Universums erwischt habe.

20:34 – Ich bin an der Reihe. Die sichtlich überforderte Verkäuferin müht sich mit dem Scannen meiner Waren ab und vergisst am Ende auch noch, mir meinen Aktionsgutschein im Wert von 100$ für den Kauf eines Bettes zu geben. Ich war Gedanklich leider auch nicht mehr auf der Höhe, um rechtzeitig daran zu denken. Schade, aber ich kann’s nicht mehr ändern. Viel wichtiger ist jetzt, noch vor Ladenschluss um 21 Uhr zum Home-Delivery-Service zu kommen und meine Waren verschicken zu lassen.

20:48 – Unglaublich. Ich habe es alleine mit meinen zwei Wagen zum Home-Delivery-Service geschafft und meine Artikel wurden erfasst und die Lieferung für den nächsten Tag (Sonntag!) zwischen 10 und 2 Uhr eingeplant. Ich bin froh aber geistig und körperlich völlig am Ende. An der Hotdog-Bar kaufe ich mir zwei Flaschen Wasser, welche ich in wenigen Zügen weg-inhaliere. Nun aber schnell weiter zum Shuttle-Bus, der um 21 Uhr zum letzten Mal fährt. In der Düsternis möchte ich nicht unbedingt durch das dunkle Brooklyn-Industrie-Gebiet irren. In letzter Minute erwische ich den Bus, und werde an der gleichen Station, an der ich Nachmittags angekommen bin, abgesetzt.

Die Rückfahrt mit der Subway kommt mir ewig vor, doch um ungefähr 22 Uhr bin ich müde und erschöpft im Apartment von Gerald und Andreas angekommen und nach einer kurzen Mahlzeit ins Bett gefallen. Am nächsten Morgen bin ich früh aufgestanden, um meine Lieferung ab 10 Uhr entgegen nehmen zu können. Um 9:30 klingelt mein Telefon und der Lieferant beschwert sich, dass er an meiner Haustür klingelt und niemand aufmacht. Ich erkläre ihm schnell, dass er zu früh dran ist und mache mich im Laufschritt auf den Weg zu meinem Apartment. Kurze Zeit später sind alle Sachen hochgetragen und ich stehe alleine mit einem Haufen Kartons in meinem Raum und weiß nicht wo ich anfangen soll.

Der Aufbau des Bettes hat mit der Hilfe von Ted ungefähr 3 Stunden gedauert und als wir endlich als krönenden Abschluss die Matratze ausrollen, stellen wir mit entsetzen fest, dass die falsche Matratze geliefert wurde und sie viel zu klein für das Queen-size Bett ist.

Abschließend kann ich wohl froh sein, dass IKEA alles da hatte, was ich brauchte. Ich habe aber für die nächsten zwei Jahre erstmal wieder genug von diesem Laden und hoffe, dass ich die Matratzen-Situation schnell geregelt kriege.

Dieses Wochenende war wirklich alles, aber nicht erholsam. Ich brauche dringend eine Pause vom Wochenende. Montag winkt allerdings gleich wieder die Social Security Nummern-Situation…

Meine Tragödie – Teil 1

March 2nd, 2009

“Diese Kasse ist geschlossen!”. Ich denke: “Bitte was? Das hat sie gerade nicht wirklich gesagt? Das muss ein Scherz sein!” Es war leider Keiner… die Rede ist hier von einer unglaublich motivierten US-IKEA-Kassiererin, die mir die Kasse vor der Nase schließt. Aber fangen wir etwas früher an, um die Tragweite dieses Ereignisses besser verstehen zu können.

Die letzten Tage waren für mich durchweg negativ und in höchsten Maße frustrierend. Begonnen hat die Pechsträhne am Freitag, als ich endlich aufbrechen konnte um meine Social Security Nummer zu beantragen. Diese unbedeutend klingende Nummer ist hier in den USA der Ersatz für so ziemlich alles was man in Deutschland mit dem Personalausweis regeln würde und noch weit darüber hinaus. Man braucht sie, um eine Wohnung zu mieten, seinen Strom anzumelden, einen Internet-Anschluss zu bestellen oder ein Bankkonto zu eröffnen. Sie ist also immens wichtig und ich war ausgesprochen froh, mich endlich darum kümmern zu können. Zumal ich ohne die Nummer noch sehr lange auf meinen Internet-Anschluss warten muss und leider ohne ein Konto eröffnen zu können, kein Gehalt ausgezahlt bekommen kann. Also machte ich mich frohen Mutes auf nach Brooklyn, zum verheißungsvoll benannten “Brooklyn Social Security Card Center”. Da es auf halbem Weg zu IKEA liegt, dachte ich mir, gleich im Anschluss noch dorthin zu fahren und die Möbel für mein neues Apartment zu bestellen. Das Beantragen der Social Security Card sollte ja schließlich schnell gehen. Ich hatte alle Dokumente beisammen und, mal ehrlich, wie viele Leute können schon das gleiche vorhaben, richtig? Falsch!

Beim Center angekommen, betrat ich einen stickigen, kalt beleuchteten Raum, der ungefähr 80 Meter lang und 30 Meter tief war. Durch den Raum schlängelte sich eine mehrfach umschlungene Warteschlangen-Absperrung. Leider war die dazugehörige Warteschlange auch dabei. Die ethnische Mischung war, wie man es von New York erwarten kann, sehr vielfältig. Von orthodoxen Juden in einheitlichen schwarzen Kutten, über kleine, dicke Latino-Hausfrauen bis hin zu großen Afro-Amerikanern mit Dreadlocks. Da stand sie also: Die große, schwitzende Menschen-Masse, die nur darauf wartet endlich eine Nummer vom Staat verpasst zu bekommen und sich in das System einzureihen. Der Raum wäre sicher noch viel, viel stickiger und wärmer gewesen, wenn die schlauen Mitarbeiter nicht mitgedacht hätten und in der vorderen, rechten, sowie der hinteren linken Ecke des Raumes je einen kleinen Ventilator aufgestellt hätten. Besten Dank auch. You made my day!

Dennoch war ich optimistisch und froh endlich meine US-Drohnen-Seriennummer zu bekommen. Zumindest war ich das die erste Stunde lang. Die nächsten (fast) zwei Stunden haben meinen Optimismus in Grund und Boden getreten. Als ich endlich an der Reihe war, kam die übliche US-Regierungsinstitutionsroutine: Alle Gegenstände ablegen, Handy auf Lautlos und ab durch den Metalldetektor. Das Ganze unter der strengen Aufsicht des (mit Schlagstock und Schusswaffe bewaffneten) Wachmanns. Kein Piepen. Alles klar. Weiter geht’s… Endlich ist das elendige Warten vorbei! Fast. Im sechsten Stock angekommen werde ich von einer weiteren Wachfrau in die nächste Warteschlange delegiert. Yay! Eine geschlagene halbe Stunde später bin ich endlich dran! Ich kann mein Glück kaum fassen.

Ich reiche der grimmig schauenden, älteren Frau meine Unterlagen und mache innerlich schon Luftsprünge, weil ich in ein paar Minuten endlich raus aus diesem Bunker bin und diese Tortur nie wieder über mich ergehen lassen muss. Doch das Schicksal hatte andere Pläne für mich. Es erwies sich nämlich als schier unüberwindbares Hindernis, dass ich auf meinem Einreiseformular meinen alltäglich verwendeten Namen “Daniel” eingetragen hatte, wohingegen auf allen anderen Dokumenten entweder mein voller Name “XY Daniel Bechler” oder nur “XY Bechler” standen. Mein Reisepass und Personalausweis beweisen zwar, dass ich beide Namen trage und es ich auch vermerkt, dass Daniel mein Rufname ist, aber es hilft alles nichts. Nach einigem hoffnungserweckenden und dann wieder -zerschmetternden Hin- und Her wurde ich mit einem Schreiben in der Hand an eine andere Behörde weitergeschickt, wo ich mein Einreiseformular ändern muss. Mit der geänderten Version muss ich dann erneut zum Social Security Card Center kommen. “Gehen Sie ins Gefängnis. Gehen Sie nicht über Los und ziehen Sie keine 4000 Mark ein.” Ich beginne zu verstehen, warum die Leute dort hinter Panzerglas sitzen und von bewaffneten Wachen beschützt werden.

Ich schlug mir für diesen Tag also IKEA aus dem Kopf und wollte mich darauf konzentrieren, alles für die Social Security Card in die Wege zu leiten. Zurück in Manhattan habe ich schnell auf Google Maps nachgesehen, wo ich hin muss. Na großartig: China Town. Ich mag China Town nicht. Es ist dreckig und wahnsinnig laut und anstrengend. Was soll’s… Augen zu und durch. Noch schnell die Öffnungszeiten checken und dann… FUCK! 10 Minuten, dann schließt der Laden bis Montag. Das wird nichts mehr. Scheisse.

Fazit: Keine Social Security Nummer, keine Möbel, kein Strom, kein Internet, kein Bankkonto und somit vorerst kein Gehalt. Habe ich schon erwähnt, dass es circa zwei Wochen dauert, bis man die Social Security Nummer zugeschickt bekommt? Das Leben ist so schön! Schlimmer kann es echt nicht mehr werden. Dachte ich zumindest. Doch es geht weiter. Wartet auf die Geschichte von meinem Samstag bei IKEA…

Schreibfaul in Manhattan

February 17th, 2009

Da bin ich wieder. Nach einem strapaziösen Flug bin ich wieder in New York angekommen und wohne in der Jugendherberge der Coder-Farm dem Apartment von Andy und Gerald. Es ist kalt in der Stadt, aber noch wesentlich kälter im Büro, weil die Heizung im Haus erst ab (ungelogen) minus Fünf Grad Außentemperatur anspringt.

Wie manche Leser vielleicht bemerkt haben, ist es in letzter Zeit ziemlich ruhig um mich geworden. Das liegt zum einen daran, dass ich keine große Lust zum Schreiben hatte. Hauptgrund war (und ist) allerdings schlich und einfach mein chronischer Zeitmangel. Gerade eben hat mich allerdings mein vernachlässigtes Mitteilungsbedürfnis überkommen, weshalb ich einfach mal wieder ein Lebenszeichen für meine (überraschend große) Leserschaft hinterlassen wollte.

Ich habe nun endlich mein US-Visum bekommen und werde, wie geplant, für eine längere Zeit in New York arbeiten. Zur Zeit bin ich auf Wohnungssuche und hoffe, in spätestens einer Woche meine eigenen vier Wänden gefunden zu haben. Dank der Wirtschaftskrise stehen die Chancen, eine erschwingliche Wohnung zu finden, besser, als noch vor einem Jahr. Ansonsten beschäftigen mich derzeit neben der Arbeit besonders zwei Dinge: A) herausfinden, wie ich mich von amerikanischen Essen ernähren kann, ohne dramatisch zuzunehmen und B) meine täglichen Lebenskosten auf einen weniger verschwenderischen Level zu minimieren. Hier merkt man erstmal wieder, wie billig man in Berlin leben kann… und schon bekomme ich wieder Appetit auf Com Viet und Döner.

Poker, Wein und Steak … gimme a break

August 8th, 2008

Oder auch nicht! Gestern und heute war ich bei Philipp und Prem eingeladen. Während gestern eine Weinprobe mit vielen netten Leuten und leckerem Finger-Food und anschließendem Poker-Spiel war, wurden wir heute zum (von Prem zubereiteten) Dinner eingeladen. Der Poker-Abend war sehr lustig. Es waren erstaunlich viele Deutsche dort, die lustiger Weise alle zur gleichen Zeit nach New York gekommen sind, wie ich. Zum Wein gibt es nicht viel zu sagen… ich bin nach wie vor kein Wein-Fan und erst recht kein Wein-Kenner. Daran hat auch die Verköstigung nichts geändert. Das Essen war auf den Wein abgestimmt aber auch ohne den Traubensaft lecker. Das eigentliche Highlight des Abends war allerdings das Poker-Match: Cash-Game No-Limit Texas Hold’Em. Als Kartengeberin hat Prem eine gute Figur gemacht, was vermutlich daran liegt, dass sie in Las Vegas aufgewachsen ist und im Wochentakt Poker spielt. Der Buy-In war günstig und dementsprechend waren alle auf ein Friendly-Game eingestellt. Eine Annahme, die Andy sofort mit seinem ersten aggressiven Pre-Flop-Raise zunichte gemacht hat. Für mich lief es anfangs nicht wirklich gut. Nachdem ich mich mal wieder von einem Flush-Draw zu einem All-In verlocken lassen habe, bin ich ausgeschieden und wurde mit einem “Schalalala-Schalalala-Hehehe-Goodbye” vom Tisch gesungen. Allerdings konnte ich nach einer kurzen Höflichkeitspause direkt wieder einsteigenund habe dann einen All-In und einen Damen-Drilling später meinen gesamten Einsatz verdreifacht und zwei Leute nach Hause geschickt. Nach einigem Geplänkel bin ich dann mit einem Gesamtgewinn von ein paar Dollar und ein paar Zerquetschten nach Hause gegangen. Dafür dass ich nur zwei Hände gewonnen und kostenlos gegessen und getrunken habe, war das okay.

Heute war Donnerstag und somit Männer-Abend. Also… eigentlich. Den lässt man allerdings gerne von Frauen kontaminieren, wenn diese so gut kochen wie Philipps Freundin Prem. :-) Die hat uns heute ein traumhaftes Dinner zubereitet. Es fing an mit einem Salat mit so Grünzeug, Pfirsichen und einer fruchtigen Soße. Dann kamen Shrimps in einer Mango-Soße auf gebratenem, grünem Spargel. Als Hauptgericht gab es Steak. Und wenn ich sage Steak, meine ich Steak. Die einzelnen Stücke sahen aus, als müsse jedes mindestens 1 kg wiegen und waren gefühlte 10 cm dick. Dazu gabe es einen nicht zu trockenen Rotwein. Um ehrlich zu sein, der erste Wein, der mit richtig gut geschmeckt hat. Zum Nachtisch gab es eine Crème Brulée mit einer riesigen Schale Him-, Blau- und Erdbeeren. Das Essen war wirklich durchweg perfekt zubereitet und einfach köstlich.

Nach dem Essen sind wir (Philipp, Andy, Gerald und ich) weiter gezogen um noch ein bisschen was zu trinken. Erste Station: stylische, aber laut Dive-Bar, die Whiskey in Kaffeetassen und Bier in sehr merkwürdigen Bechern serviert hat. Nette Location, aber irgendwie doch lame, weil laut. Dann ging es weiter zum Spitzers, wo Philipp und ich bis jetzt immer Donnerstags waren. Da haben wir allerdings direkt vor der Tür eine Kehrtwende gemacht und sind weiter ins Social, wo ich noch einen Whiskey-Sour getrunken habe und Andy über seine 2. Liga-Basketball-Zeit und seine Spiele gegen Dirk Nowitzki erzählt hat. Tolles Essen, nette Gespräche und New York. Also ein rundum gelungener Abend!

Wenn es einen Gott gibt…

August 3rd, 2008

… muss er mir mal verraten, was sein Problem ist. Einem das Wochenende so gezielt zu demontieren ist echt uncool, Mann! </Blasphemie>

Heute war also mein wohl verdienter Entspannungstag. Wir erinnern uns: meine Planung enthielt Muskeltraining im hauseigenen Fitnessstudio, Sonnenbaden im Central Park und natürlich The Dark Knight im IMAX anschauen. Das Problem mit solchen Planungen ist, dass man von äußeren Faktoren abhängig ist und darauf angewiesen ist, dass diese auch mitspielen. In meinem Fall taten sie das natürlich nicht!

Und so geschah es, dass wir uns nicht für das Fitnessstudio anmelden konnten, weil der Fingerabdruck-Scanner-Mann (nennen wir ihn mal Biomechaniker) nur unter der Woche da ist, ein Gewittersturm den sonnigen Tag im Central Park vereitelte und The Dark Knight für die nächsten vier Tage im Voraus komplett ausverkauft ist. Dumm nur, dass ich das erst bemerkt habe, als ich nach einer 40 Minuten Subway-(Tor)Tour im Kino angekommen bin und in der Kassenschlange stand. Da war ich wohl doch ein wenig zu optimistisch. Aber man hätte ja wirklich denken können, dass der Film nach drei Wochenenden nicht mehr so einen Andrang hat. Falsch gedacht! Okay, ich muss zugeben, dass ich gar nicht erst nach normalen Vorstellungen geschaut habe, weil ich unbedingt die IMAX-Version sehen will. Aber zumindest heute Abend waren auch die alle ausverkauft. Was will auch man erwarten, bei einen Film der nach 3 Wochen fast genau so viele IMDB-Bewertungen wie “Der Pate” hat und mit einer 9,3 Bewertung konstant auf Platz 1 der Liste der besten Filme aller Zeiten rangiert.

Heute ist noch mehr schief gelaufen, damit fange ich gar nicht erst an. Ich will ja nicht jammern. ;-) Montag werden wir uns dann endlich biometrisch für das Fitnessstudio erfassen lassen, ich werde ein paar Kinotickets online vorbestellen und nächstes Wochenende klappt es ganz sicher auch mit dem Sonnenbad im Central Park. Dann kann ich auch für Antje mal schnell “nebenan” [vom Park] bei Victoria’s Secret reinspringen und den aktuellen Katalog rausholen. Ohne den im Gepäck brauche ich gar nicht erst wieder nach Hause kommen. Ich sage nur “häusliche Gewalt”! Jaha…

Manhattan ist das neue Brooklyn

August 2nd, 2008

Jetzt ist es wieder mal soweit, es war auch allerhöchste Zeit
und wir sind wieder mal genial – tut uns furchtbar leid
wie immer schlauer als der Rest, also bitte keinen Neid
halt die beste Band der Welt, bei aller Bescheidenheit
haben wir euch gefehlt? Habt ihr uns vermißt?
ist euch jetzt klar, daß mit uns die Welt schöner ist?
seid ihr wieder froh? na, was für ein Glück
wir sagen hallo, denn wir sind zurück – wir sind da
wir sind wieder da?
Wir lungern nur an Schulen rum, verkaufen kleinen Kindern Crack
wir singen unzüchtige Lieder und geh’n abends lange weg
Tischmanieren sind uns fremd, wir essen selten mit Besteck
die Plattenfirma schickt uns jedes Jahr ‘nen dicken Scheck
habt ihr uns vermißt? haben wir euch gefehlt?
habt ihr heimlich geweint und die Tage gezählt?
ja wir sind zurück und es riecht nach Urin
wir sind die Ärzte – aus Berlin, AUS BERLIN

Wenn ich Die Ärzte wäre, wäre das wohl meine Hymne. Lange ist es her. Es ist ruhig um mich geworden. Ich weiß. Aber ich bin wieder da! Vermutlich aus Rücksicht auf meinen Geburtsort (Wolfenbüttel, 55.000 Einwohner) wurde mir hier in New York eine Schonfrist in Form eines mehrwöchigen Aufenthalts in dem beschaulichen, kleinstädtischen Williamsburg, Brooklyn gewährt. (Sechs Jahre Berlin zählen scheinbar nicht.) Dementsprechend ruhig ist es die letzten Tage und Wochen um mich geworden. Es ist nämlich durchaus Motivations-hemmend, wenn man bei 34 Grad im Schatten und 60% Luftfeuchtigkeit 25 Minuten in der prallen Sonne bis zur (Sauna-ähnlichen) U-Bahn-Station laufen muss und 20 Minuten in einer 15 Grad kalten U-Bahn zu fahren, nur um ein bisschen (ziellos) durch Manhattan zu laufen.

Doch damit ist jetzt Schluss! Heute sind wir nämlich in das neue Apartment im Ludlow mitten in Manhattan gezogen. Genau gesagt in der Lower East Side, was mittlerweile einer der angesagtesten Stadtteile ist und tolle Clubs, Lounges, Restaurants und Shops nur ein paar Schritte von der Haustür entfernt sind. Durch meine, mittlerweile zur festen Institution gewordenen, Donnerstag-Abend-Bier-und-Burger-Abende mit Philipp in genau dieser Gegend, konnte ich mich schon ein bisschen mit den Lokalitäten bekannt machen. Jetzt bin ich wirklich in New York angekommen. Jetzt bin ich, wenn ich will, in 10 Minuten im Central Park und kann von dort innerhalb von 5 Minuten ins IMAX gehen, um mir The Dark Knight anzusehen. Und genau DAS werde ich morgen auch tun! Jawoll ja! Endlich!

Heute war allerdings erstmal Pilgertag, mit dem wir uns diesen Luxus verdienen mussten. Nachdem wir mit insgesamt 10 Gepäckstücken aus dem Brooklyn-Apartment raus sind, sind wir mit dem Taxi zum Ludlow gefahren, wo wir um 10:30 ankamen und mit offenen Ar… moment. Nein! Eher mit bestürzten Blicken empfangen wurden. “Das Apartment” sei “noch nicht zugänglich”, wurde uns freundlich aber bestimmt gesagt. Unser Gepäck können wir im Büro der Hausverwaltung abstellen und sollen dann bis 13 Uhr in irgendeinem Cafè warten. Dumm nur, dass IKEA bereits auf dem Weg war, um zwei Betten zu liefern und Abweichungen im Terminplan ein Ding der Unmöglichkeit sind. Flexibel sind die Leute hier nicht gerade. Man “werde dafür sorgen, dass IKEA die Betten ins Apartment bringen kann”, klang uns optimistisch entgegen. Alles klar. Also haben wir das Gepäck verstaut und uns mit unseren Rucksäcken samt Notebooks auf den Weg zum nächsten Starbucks gemacht.

Einen Venti-Iced-Coffee-Mocca-to-Go, ein trockenes Sandwich und einen gescheiterten Kostenlos-WiFi-Hack-Versuch seitens Gerald später, war es auch schon kurz nach 12 und IKEA meldete sich telefonisch. Wir sollen vorbei kommen, und die Lieferung überprüfen. Also wieder auf ins Ludlow und kurze Wartezeit später hoch ins Apartment. Der IKEA-Mann hatte Glück, dass der Aufzug funktioniert hat, sonst hätte er nämlich 16 schwere Kartons 25 Stockwerke hoch schleppen dürfen. Muhaha!

Als wir das Apartment betreten haben, war hier noch High-Life. Elektriker und einer der unzähligen Hausmeister waren noch dabei, letzte Arbeiten abzuschließen. Einer der (ebenfalls unzähligen) Hausverwalter (Michael) hat noch schnell unser Parkett gereinigt und kurze Zeit später haben auch schon er und ein paar Leute unser deponiertes Gepäck hochgebracht. Immer noch reumütig wegen der Verspätung, hat er uns zum Lunch eingeladen. Nachdem er unsere Bestellung für ein kleines Deli in der Nähe aufgenommen hatte, ist er losgelaufen und hat uns leckere Avocado-Blauschimmelkäse-Hähnchen-Mayonaise-Salat-Sandwiches mit-ohne Bacon (O-Ton: I decided, it’s not good for you! Way too heavy!).

Wir haben die Zeit genutzt, um das 5-MBit Up-und-Downstream-Haus-WiFi-Internet frei zu schalten und nach ein paar Minuten munter los zu surfen. Das hat wunderbar geklappt und ist eine echte Genugtuung nach den vielen Internet-Ausfällen, die wir in Williamsburg zu verschmerzen hatten. Kaum waren wir ein paar Minuten online, stand er gute Michael auch schon mit den Sandwiches hinter uns. Er wusste nicht mehr, ob ich Diet Pepsi oder Diet Coke haben wollte, deshalb hat er kurzerhand beides mitgebracht und es erstmal mit der Pepsi versucht, um im Zweifelsfall die Coke aus seinem Büro zu holen. Nette Geste! Das gibt Pluspunkte! Das Sandwich war lecker und dann ging es auch schon zu dem nächsten Punkt an der Tagesordnung über: IKEA-Betten aufbauen.

Der Aufbau lief auch tatsächlich problemlos, allerdings hat Gerald merkwürdige High-Tech-Lattenroste gekauft, die in ihre Atome zerlegt ankamen und von uns in mühevoller, stundenlanger Handarbeit zusammengesteckt werden mussten. Ich sage nur: Einmal und nie wieder! Ich habe immer noch Rückenschmerzen davon! Irgendwann war es aber geschafft und es ging direkt weiter im Programm: Bettwäsche waschen!

Mit Ach-und-Krach haben wir alles in unsere Miniatur-Waschmaschine quetschen können und haben den Waschgang angeworfen, um direkt weiter in den nächstbesten Möbelladen zu gehen um uns mit ein paar Basics einzudecken. Wenn ich sage “nächstbesten” meine ich leider nicht die vielen kleinen Läden, die alles haben und nur eine Minute vom Apartment entfernt sind, sondern den, der 30 Minuten Fußmarsch zum Broadway entfernt ist. ;-) Dort haben wir uns mit Duschvorhängen, Duschvorlegern, Lampen, Gläsern, etc. eingedeckt und haben alles fleißig zurück ins Apartment geschleppt. Fertig? Nein! Es ging direkt weiter in den (diesmal wirklich) nächsten Drug-Store, um Klopapier, Küchentücher, Müllbeutel, usw. zu kaufen.

Wer denkt, “nun reicht es” aber irrt sich gewaltig. Denn nachdem wir auch das alles wieder im Apartment abgeliefert haben sind wir Lebensmittel einkaufen gegangen. In einem sehr, sehr, sehr, sehr großen Bio-Supermarkt. Die Zusammensetzung meiner Einkaufs verteidige ich übrigen damit, dass ich mit einem riesen Hunger einkaufen gegangen bin. Zumindest werden mir jetzt so schnell nicht mehr die Kekse ausgehen. ;-)

Nach dieser Odyssee habe ich mir morgen einen ruhigen Tag im Central Park und Kino redlich verdient und werde jetzt mit absoluter Sicherheit sehr gut schlafen. Ich bin sicher, Manhattan wird mir von nun an wieder sehr viel Material für Blog-Einträge liefern. In diesen Sinne: Gute Nacht!

Sqishi and the City

July 19th, 2008

Heute habe ich mich alleine auf Erkundungstour durch die Stadt gemacht und habe dabei etwas festgestellt, was viele von euch sicher überraschen wird: New York ist verdammt groß! Ich habe mal versucht meine spontan eingeschlagene Route so gut wie möglich bei Google Maps rekonstruiert. Laut Google sind das 5 Meilen. Wenn man noch dazu rechnet, dass ich den ganzen Sued-Teil des Central Parks (unfreiwillig) mindestens 2 mal umrundet und durchwandert habe, sind wir locker bei 6 vielleicht sogar 7 Meilen. Das entspricht ungefähr 10 Kilometern. Das ist ja an sich zumutbar, aber heute war mit 35 Grad Celsius auch der mit Abstand heisseste Tag, seit ich hier bin. Dementsprechend “durch” bin ich jetzt auch.

Aber schön war es trotzdem! Ich bin von Williamsburg bis zur Grand Central Station gefahren, wo ich eine Kleinigkeit gegessen und mir das Chrysler Building von unten angesehen habe. Dann bin ich zum Broadway und Time Square weiter gelaufen. Von dort habe ich mich dann auf den Weg zu meinen eigentlichen Ziel gemacht: dem Central Park! Von dem habe ich dann zumindest noch den suedlichen Teil erkundet und mich auf der riesigen, saftig grünen Wiese namens “The Sheep Meadow” in die Sonne gelegt. Völlig dehydriert habe ich mir dann fuer den Wucherpreis von 3 Dollar einen Snapple gekauft und mich auf den Rückweg zur Subway gemacht.

Eigentlich wollte ich mir auf dem Rückweg Hellboy 2 im Kino ansehen, aber als es dann so weit war, wollte ich eigentlich nur noch duschen. Vielleicht mache ich das morgen. (Also das Kino – nicht das Duschen!) Ich habe schon ein schoenes Kino auf Yelp rausgesucht, weil ich unbedingt The Dark Knight sehen will. Aber bevor ich mir den Film mit einem miesen Kino verderbe, teste ich es erstmal mit einem weniger wichtigen Film. Obwohl Hellboy 2 scheinbar auch sehr gute Bewertungen bekommen hat. (Lustiges Detail: Amerikaner empfinden einen regulären Kinopreis von 11 US-Dollar, also umgerechnet 7 Euro als total überteuert. Wenn ich mit Antje in Berlin ins Kino gehe, kommen wir meistens nicht unter 25 Euro – ohne Snacks – aus der Sache raus. Kein Wunder, dass es in Deutschland immer weniger Leute ins Kino zieht.)

Bilder und Videos des heutigen Tages folgen wie üblich auf Flickr und YouTube! Ich werde mich jetzt aber erstmal vor den Fernseher legen und vorerst nicht mehr bewegen.

Sushi

July 13th, 2008

Heute nicht sehr spannend. Hauptsaechlich damit beschaeftigt gewesen, das coole Apartment nicht zu bekommen. Danach Sushi. Sake-Don. Lecker.